Gemeinsam laut für Respekt und faire Bezahlung
Die DPolG beteiligte sich gleich an zwei Warnstreiks in Magdeburg und Erfurt. Mit großer Beteiligung, klaren Worten und spürbarer Entschlossenheit machten die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes deutlich: Wertschätzung darf nicht länger nur versprochen, sie muss endlich bezahlt und gelebt werden.
Ein Platz voller Stimmen, Fahnen und Entschlossenheit
Am 28.01.2026 versammelten sich rund 500 Kolleginnen und Kollegen auf dem Willy-Brandt-Platz in Magdeburg. Was dort zu spüren war, ging weit über ein „deutliches Signal“ hinaus. Der Platz war prall gefüllt mit Transparenten, Fahnen und Menschen, die im lautstarken Takt eines gemeinsamen Ziels eine faire Bezahlung einforderten.
Die Stimmung war kämpferisch, aber auch von Unverständnis geprägt. Viele konnten nicht nachvollziehen, warum die Arbeitgeberseite bislang kein vernünftiges Angebot vorgelegt hatte. Gerade angesichts steigender Lebenshaltungskosten und wachsender Belastungen im Berufsalltag empfanden die Teilnehmenden dieses Schweigen als mangelnde Wertschätzung.
Klare Worte von der Bühne
Mehrere Rednerinnen und Redner verliehen diesem Gefühl Ausdruck. Rita Mölders, stellvertretende Vorsitzende der dbb Bundestarifkommission, berichtete über den aktuellen Stand der Verhandlungen in Potsdam und machte deutlich, wie zäh sich die Gespräche gestalten. Maik Wagner, stellvertretender Bundesvorsitzender des dbb, fand deutliche Worte für die Haltung der Arbeitgeber. Er kritisierte die fehlende Anerkennung und erinnerte daran, dass der öffentliche Dienst das Rückgrat der Gesellschaft bildet – Tag für Tag, oft unter schwierigen Bedingungen.
Kämpferisch zeigte sich auch Ulrich Stock, Landesvorsitzender des dbb Sachsen-Anhalt. Er räumte mit einem gängigen Argument der Arbeitgeberseite auf und machte klar: Gute Arbeit braucht faire Rahmenbedingungen.
Für unsere Jugend sprach Nils Gäbel, Mitglied der DPolG Sachsen-Anhalt und Vertreter der dbb jugend. Er machte deutlich, dass auch der Nachwuchs klare Erwartungen hat – an Bezahlung, Perspektiven und Arbeitsbedingungen.
„Wir haben gemeinsame Ziele“
Besonders beeindruckt zeigte sich Olaf Sendel, Vorsitzender der DPolG Sachsen-Anhalt, vom geschlossenen Auftreten der verschiedenen Fachgewerkschaften. Er brachte in einem Gespräch das gemeinsame Anliegen auf den Punkt: „Wir haben gemeinsame Ziele! Das ist eine deutliche Lohnsteigerung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Dafür kämpfen wir, dafür stehen wir hier auch bei Minusgraden, und wir werden uns nicht den Mund verbieten lassen und lautstark argumentieren.“ Diese Worte spiegelten wider, was auf dem Platz spürbar war: Zusammenhalt, Entschlossenheit und der feste Wille, nicht nachzugeben.
Solidarität über Landesgrenzen hinaus
Nur wenige Tage später setzte sich dieser Einsatz in Erfurt fort. Beim dortigen Warnstreik unterstützte die DPolG Sachsen-Anhalt selbstverständlich die Kolleginnen und Kollegen aus Thüringen. Schnell wurde deutlich: Die Probleme ähneln sich, die Belastungen sind vergleichbar – und damit auch die Forderungen. Diese Solidarität über Ländergrenze hinweg stärkte das gemeinsame Auftreten und zeigte, dass es hier nicht um Einzelinteressen geht, sondern um die Zukunft des gesamten öffentlichen Dienstes.
Der Blick nach vorn
Die Botschaft ist klar: Wir bleiben dran. Kämpferisch, solidarisch und konsequent. Die entscheidende dritte Verhandlungsrunde ist für den Zeitraum vom 11. bis 13. Februar 2026 angesetzt. Bis dahin – und darüber hinaus – bleiben die Beschäftigten bereit, sich für einen starken öffentlichen Dienst in Sachsen-Anhalt einzusetzen.
Denn eines haben die ersten Tage im neuen Jahr eindrucksvoll gezeigt: Wenn viele Stimmen zusammenkommen, sind sie nicht zu überhören.