Deutsche Polizeigewerkschaft zeigt sich tief bestürzt über massive Gewalt im Ost-Derby
Pressemitteilung
Magdeburg – Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) zeigt sich tief bestürzt über das erschreckend niedrige Fanniveau im Rahmen des Ost-Derbys zwischen dem 1. FC Magdeburg und der SG Dynamo Dresden. Das Fußballspiel wurde aus Sicht der DPolG von massiven Ausschreitungen und einer bislang nicht hinnehmbaren Gewaltbereitschaft überschattet.
Erneut gelang es gewaltbereiten Personen, in erheblichem Umfang gefährliche Gegenstände in das Stadion einzuschmuggeln. Diese gezielten Vorbereitungen führten zu schweren Ausschreitungen und zahlreichen Angriffen auf Polizeibeamtinnen und -beamte in einer Intensität und Anzahl, die als unerträglich bezeichnet werden muss.
„Ein Fußballspiel sollte ein Familienfest und ein sportlicher Wettkampf sein. Stattdessen nutzen charakterlich unreife und gewaltgeneigte Mitbürger diese Bühne, um ihre niedrigen Fantasien auszuleben“, erklärt Olaf Sendel, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft Sachsen-Anhalt.
Im weiteren Verlauf versuchten Täter gezielt, zu den Gästefans vorzudringen, um dort weitere Gewalttaten zu begehen. Die Polizei stellte sich schützend entgegen, um unbeteiligte Spielbesucher zu sichern. Dabei wurden zahlreiche Einsatzkräfte angegriffen und teils lebensbedrohlich verletzt. Mehrere Polizeibeamtinnen und -beamte mussten medizinisch behandelt und in Krankenhäuser eingeliefert werden.
„Diese vermeintlichen ‚Fans‘ sind keine Fans, sondern Gewalttäter! Und genau so müssen sie auch behandelt werden! Ihr Verhalten ist gesellschaftsfeindlich, richtet sich gegen unsere Rechtsordnung und erfordert eine konsequente staatsschutzrechtliche Bewertung“, so Sendel weiter.
Nach Auffassung der Deutschen Polizeigewerkschaft müssen nun dringend die Verantwortlichkeiten geklärt werden. Im Raum stehen zentrale Fragen:
- Wie war das Einschmuggeln dieser gefährlichen Gegenstände überhaupt möglich?
- Welche Mängel bestanden im Sicherheitskonzept?
- Und wie ist die Personal- und Ausrüstungssituation der Polizei bei derartigen Hochrisikospielen zu bewerten?
„Wir brauchen endlich echte Konsequenzen – nicht nur warme, mitfühlende Worte. Die Politik und auch die Vereine stehen in der Pflicht, entschlossen zu handeln und dieser Gewalt unmissverständlich Einhalt zu gebieten“, fordert Sendel abschließend.